Segelreviere Buten und Binnen

Ganz salopp und allgemein werden Segelreviere in "buten un binnen" eingeteilt.

Das ist Plattdeutsch und in meiner norddeutschen Heimat auch heute noch ein gängiger Begriff.

Er bezeichnet einfach buten - draussen (in der großen, weiten Welt), in diesem Fall also die Meere der Welt und binnen - drinnen (innerhalb), demzufolge die Gewässer innerhalb des Landes.

Und genauso wird die grundsätzliche Unterscheidung vorgenommen.

Die Binnengewässer, also alle Binnen-Seen, alle Flüsse, auch Kanäle, gehören dazu.

Die Meere, die See (im Gegensatz zum "dem See" - deutsche Sprache ist manchmal etwas schwierig!) gehören nach "buten", also in die große weite Welt.

Der Gesetzgeber hat daraus die Begriffe zur Binnen-Schifffahrtsstraße und zur See-Schifffahrtsstraße geschaffen.


Soweit die grobe Einteilung der Segelreviere.

Etwas differenzierter sprechen wir auch von "unserem" Segelrevier und meinen damit den See in der Nähe unseres Wohnortes, auf dem wir immer segeln. Oder das Gebiet rund um den Ostseehafen, in dem unser Boot liegt.

Wenn Sie so wollen, besteht die ganze Welt aus lauter Segelrevieren.

Törnplanung

Bei der Planung eines Törns in fremden Gewässern sollten Sie sich vorher umfangreiche Revierkenntnisse aneignen. Dazu gehört selbstverständlich das Wissen um Häfen, mögliche Versorgungsstellen, Anlege- und Ankerplätze, Fahrtrouten, Wettererscheinungen und vieles mehr.

Gerade in einem fremden Revier reicht es nicht aus, segeln zu können.

Woher bekommen Sie die erforderlichen Informationen?

Sie sollten unbedingt für das entsprechende Gebiet die richtigen Seekarten an Bord haben.

Auch im Zeitalter von GPS und Satellitennavigation ist es unerlässlich, Papier-Karten dabei zu haben und auch mit ihnen umgehen zu können! Wertvolle Informationen über Tiefen, Hindernisse, Brücken, Verkehrsgebiete und anderes mehr erhalten Sie aus den Seekarten.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie aktuelles Kartenmaterial mitführen. Amtliche Seekarten müssen aktuell berichtigt sein, und Sportbootkarten sollten regelmässig ausgetauscht werden.

In Deutschland werden Seekarten und die amtlichen Handbücher vom BSH - dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg herausgegeben. Der Vertrieb erfolgt über den Fachhandel, und hier wiederum nur über autorisierte Verkaufsstellen.

Nautische Literatur

Nicht nur Seekarten, sondern auch

  • Stromatlanten
  • Seehandbücher
  • Hafenhandbücher
  • Leuchtfeuerverzeichnisse
  • Funkhandbücher und
  • Gezeitentafeln
gehören zur nautischen Literatur.

Natürlich müssen Sie nicht alles davon an Bord haben. Allerdings empfehle ich Ihnen, sich für die geplante Segelreise in einem bestimmten Revier mit der dazu passenden Literatur auszurüsten.

Versuchen Sie mal, bei schlechter Sicht oder nachts in einen unbekannten Hafen einzulaufen, von dem Sie keine Detailkarte haben, nicht genau wissen, wie die Hafeneinfahrt befeuert ist, und von dem Sie keine Vorstellung davon haben, ob die vorhandene Tiefe für Ihr Schiff ausreicht!

Das kann leicht in einem Desaster enden.

Das wäre nicht nur schade um Ihr Schiff, sondern kann auch sehr gefährlich für Ihr Leben und das Ihrer Crew sein. Abgesehen von den Schäden, die Sie aus Unkenntnis anderen zufügen und dafür verantwortlich gemacht würden.

Funk an Bord

Ein Seefunkgerät ist kein Luxus, sondern aus Gründen der Sicherheit eine notwendige Sicherheitseinrichtung an Bord einer Yacht.

Über das Funkgerät können Sie in einem fremden Segelrevier Auskünfte einholen.

Rufen Sie die nächstliegende Küstenfunkstelle an, und erfragen dort, wenn Sie eine Information zum Anlaufen des nächsten Hafens haben möchten, wenn Sie um die Anweisung eines Liegeplatzes bitten, wenn Sie nicht wissen, ob oder wann Schleusentore geöffnet sind, aber auch, wenn Sie Hilfe brauchen oder gar nach dem Einlaufen in den Hafen schnellstens einen Arzt benötigen.

Sicherheit durch Information

Sie kennen das: zuhause sind Sie sicher, kennen jeden Stein, jeden Weg, jede Strasse. Sie achten kaum auf Verkehrsschilder, denn Sie wissen genau, was wo steht. (Ausser es wird plötzlich etwas geändert, sozusagen über Nacht- ohje! Wie lange dauert es, bis Sie die Änderung wahrnehmen?)

Aber kaum unterwegs, aktivieren Sie Ihr Navigations-Gerät, schleppen Autokarten mit sich herum, lesen Stadtpläne und fragen Anwohner nach dem Weg.

Was für uns als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger selbstverständlich ist, sollte auch für das Segeln in einem unbekannten Revier eine Selbstverständlichkeit sein.

Je mehr Informationen Sie haben, je besser Sie sich auf ein fremdes Revier einstellen können, je genauer Sie wissen, was Sie dort erwartet - desto grösser ist die Sicherheit. Ihre Sicherheit, die Sicherheit Ihrer Crew und Ihres Schiffes.





Leuchtfeuer bei Nacht

Leuchtfeuer bei Nacht

Seekarte Verkehrstrennungsgebiet

Seekarten-Ausschnitt mit Verkehrstrennungsgebiet


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